Insolvenz, Verbraucherinsolvenz, Insolvenzverfahren, Privat Insolvenz, EU Insolvenz, eV

Insolvenz- Verbraucherinsolvenz - EU Insolvenz

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Insolvenz- Verbraucherinsolvenz- Überschuldung der juristischen Person

Insolvenz- Überschuldung der natürlichen und juristischen Person

Was passiert nach Einreichung des insolvenzantrages?

Das zuständige Insolvenzgericht wird einen Insolvenzverwalter bestellen. Da unsere Anwältin das Scheitern der außergerichtlichen Schuldenbereinigung bestätigt + unser anwaltliches Begleitschreiben, wird keine Nachprüfung mehr erfolgen. Sie müssen den pfändbaren Anteil ihres Einkommens nun monatlich an den Insolvenzverwalter abführen, sofern ein pfändbarer Anteil vorhanden ist (sonst Null-Plan). ergänzend senden sie jährlich die Einkommensteuererklärung an ihren Insolvenzverwalter. nach 6 Jahren erfolgt dann die Restschuldbefreiung und sie sind ihre Schulden endgültig los. in einigen Fällen besteht die Möglichkeit, dass das Gericht das Scheitern der außergerichtlichen Einigung "ersetzt" und Gläubiger zwingt, sich dem Bereinigungsplan zu unterwerfen. Dieses hat aber in den meisten Fällen keine nachteiligen Auswirkungen für den Schuldner.

Alternativen zum insolvenzverfahreN in Deutschland: die außergerichtliche Schuldenbereinigung

Eine Alternative besteht in der außergerichtlichen Schuldenbereinigung. Dabei verzichten ihre Gläubiger auf einen gehörigen Anteil der Forderungen, im Gegenzug bieten sie einen Einmalbetrag und/oder monatliche Raten an. Damit eine solche außergerichtliche Schuldenbereinigung überhaupt Aussicht auf Erfolg hat, sollten sie mindestens 25% Ihrer Gesamtschulden in einem Betrag tilgen.. (z.B. Darlehn/Schenkung von Bekannten oder Verwandten, Verkauf einer Lebensversicherung usw.) und -sofern erforderlich- entsprechende monatliche Raten leisten können. Gern übernehmen unsere Anwälte dann für sie die außergerichtliche Schuldenbereinigung. Dann hat ein solcher Einigungsversuch/Bereinigungsplan natürlich wesentlich mehr Aussicht auf Erfolg. Eine außergerichtliche Schuldenbereinigung bietet für Schuldner und Gläubiger immer die meisten Vorteile. Im Falle einer Einmalzahlung und monatlichen Raten sind die monatlichen Ratenzahlungen ebenfalls auf 6 Jahre begrenzt. Scheitert dieser außergerichtliche Bereinigungsversuch, kann schon auf dieser Grundlage das insolvenzverfahren eingeleitet werden.

Allgemeine Einlassungen zum Thema Insolvenz

Privatperson

Für den überschuldeten Verbraucher besteht die Möglichkeit der Verbraucherinsolvenz. In Deutschland beträgt die Wohlverhaltensphase 6 Jahre. Derzeit wird diskutiert, die Wohlverhaltensphase auf 3 Jahre zu beschränkten. Innerhalb dieser Zeit, muss der Schuldner den pfändbaren Anteil seines Einkommens an den Insolvenzverwalter (wird vom Gericht bestellt) abtreten. Die Pfändungstabelle finden Sie z.B. unter: http://www.finanztip.de/recht/sonstiges/pfaendungstabelle.htm .

Nach der Wohlverhaltensphase erfolgt die Restschuldbefreiung, sofern sich der Schuldner redlich verhalten hat. Eine Null-Insolvenz ist nach Deutschem Recht möglich. Allerdings ist das Insolvenzverfahren nicht immer die beste Lösung, da viele Nachteile. Es sollte im Vorwege versucht werden, eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern zu erwirken. Im übrigen ist das Scheitern einer außergerichtlichen Einigung i.d.R. die Voraussetzung zur Einleitung des Insolvenzverfahrens.

Für die natürliche Person besteht auch die Möglichkeit das Insolvenzverfahren in einem anderen EU-Land zu realisieren. Die besten Voraussetzungen bietet England, da spätestens nach 12 Monaten die Restschuldbefreiung erfolgt.

Insolvenz Unternehmer

Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft (z.B. Deutsche GmbH), so haftet zunächst allein die Gesellschaft als juristische Person für Verbindlichkeiten gegenüber den Gläubigern. Allerdings können Durchgriffstatbestände dazu führen, dass der Geschäftsführer als natürliche Person haftet (strafbare Handlungen, nicht abgeführte Sozialversicherungsleistungen, Insolvenzverschleppung).

Insolvenz englische Limited mit Zweigniederlassung Deutschland oder Österreich

Es besteht die Möglichkeit die Zweigniederlassung in Deutschland oder Österreich abzumelden, da die Gesellschaft Ihren satzmäßigen Sitz in England hat. Mithin müssen die Gläubiger in England klagen, es ist englisches Recht anwendbar.

Insolvenz- Verbraucherinsolvenz: Die Deutsche Insolvenzordnung

Nachfolgend die wichtigsten Paragraphen der Insolvenzordnung.

§ 1 Ziele des Insolvenzverfahrens

Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt oder in einem Insolvenzplan eine abweichende Regelung insbesondere zum Erhalt des Unternehmens getroffen wird. Dem redlichen Schuldner wird Gelegenheit gegeben, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien.

§ 2 Amtsgericht als Insolvenzgericht

(1) Für das Insolvenzverfahren ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk ein Landgericht seinen Sitz hat, als Insolvenzgericht für den Bezirk dieses Landgerichts ausschließlich zuständig.

(2) Die Landesregierungen werden ermächtigt, zur sachdienlichen Förderung oder schnelleren Erledigung der Verfahren durch Rechtsverordnung andere oder zusätzliche Amtsgerichte zu Insolvenzgerichten zu bestimmen und die Bezirke der Insolvenzgerichte abweichend festzulegen. Die Landesregierungen können die Ermächtigung auf die Landesjustizverwaltungen übertragen.

§ 3 Örtliche Zuständigkeit

(1) Örtlich zuständig ist ausschließlich das Insolvenzgericht, in dessen Bezirk der Schuldner seinen allgemeinen Gerichtsstand hat. Liegt der Mittelpunkt einer selbständigen wirtschaftlichen Tätigkeit des Schuldners an einem anderen Ort, so ist ausschließlich das Insolvenzgericht zuständig, in dessen Bezirk dieser Ort liegt.

(2) Sind mehrere Gerichte zuständig, so schließt das Gericht, bei dem zuerst die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt worden ist, die übrigen aus.

§ 4 Anwendbarkeit der Zivilprozeßordnung

Für das Insolvenzverfahren gelten, soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt, die Vorschriften der Zivilprozeßordnung entsprechend.

§ 4a Stundung der Kosten des Insolvenzverfahrens

(1) Ist der Schuldner eine natürliche Person und hat er einen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt, so werden ihm auf Antrag die Kosten des Insolvenzverfahrens bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung gestundet, soweit sein Vermögen voraussichtlich nicht ausreichen wird, um diese Kosten zu decken. Die Stundung nach Satz 1 umfasst auch die Kosten des Verfahrens über den Schuldenbereinigungsplan und des Verfahrens zur Restschuldbefreiung. Der Schuldner hat dem Antrag eine Erklärung beizufügen, ob einer der Versagungsgründe des § 290 Abs. 1 Nr. 1 und 3 vorliegt. Liegt ein solcher Grund vor, ist eine Stundung ausgeschlossen.

(2) Werden dem Schuldner die Verfahrenskosten gestundet, so wird ihm auf Antrag ein zur Vertretung bereiter Rechtsanwalt seiner Wahl beigeordnet, wenn die Vertretung durch einen Rechtsanwalt trotz der dem Gericht obliegenden Fürsorge erforderlich erscheint. § 121 Abs. 3 bis 5 der Zivilprozessordnung gilt entsprechend.

(3) Die Stundung bewirkt, dass

1. die Bundes- oder Landeskasse

a) die rückständigen und die entstehenden Gerichtskosten,

b) die auf sie übergegangenen Ansprüche des beigeordneten Rechtsanwalts

nur nach den Bestimmungen, die das Gericht trifft, gegen den Schuldner geltend machen kann;

2. der beigeordnete Rechtsanwalt Ansprüche auf Vergütung gegen den Schuldner nicht geltend machen kann.

Die Stundung erfolgt für jeden Verfahrensabschnitt besonders. Bis zur Entscheidung über die Stundung treten die in Satz 1 genannten Wirkungen einstweilig ein. § 4b Abs. 2 gilt entsprechend.

§ 4b Rückzahlung und Anpassung der gestundeten Beträge

(1) Ist der Schuldner nach Erteilung der Restschuldbefreiung nicht in der Lage, den gestundeten Betrag aus seinem Einkommen und seinem Vermögen zu zahlen, so kann das Gericht die Stundung verlängern und die zu zahlenden Monatsraten festsetzen. § 115 Abs. 1 und 2 sowie § 120 Abs. 2 der Zivilprozessordnung gelten entsprechend.

(2) Das Gericht kann die Entscheidung über die Stundung und die Monatsraten jederzeit ändern, soweit sich die für sie maßgebenden persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse wesentlich geändert haben. Der Schuldner ist verpflichtet, dem Gericht eine wesentliche Änderung dieser Verhältnisse unverzüglich anzuzeigen. § 120 Abs. 4 Satz 1 und 2 der Zivilprozessordnung gilt entsprechend. Eine Änderung zum Nachteil des Schuldners ist ausgeschlossen, wenn seit der Beendigung des Verfahrens vier Jahre vergangen sind.

 

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